
kann es sein das man mit dem bricht was einem lieb ist, weil man sich durch kollektive eindrücke konfrontiert fühlt? wie ein fegefeuer ohne rücksicht und zweckmäßigkeit, entsteht eine kluft zwischen mir und dem was ich mag, was mir wertvoll erscheint und meine eigenen begrenzten möglichkeiten so sehr und so schön erweitert. egoismus und der damit einhergehende, hinterhältige gedanke, für sich selbst das beste zu wollen, lässt im gewissen maße einen gesellschaftlich reproduzierten komplex erkennen. ein komplex der durch leistungsgesellschaft geprägt und durch allerlei konstrukte leicht bis unaufhaltsam zu reproduzieren ist. der knackpunkt scheint mir jedoch ein anderer zu sein. der gegenwärtige gedanke vieler, man könne sich beispielsweise nur in einen einzigen menschen verlieben und dem damit verbundenem begriff der treue und gegebenenfalls der treulosigkeit, verschärft die akuten verhältnisse und instrumentalisiert liebe zu einer unheimlich verlogenen realität.
verspürst du das bedürfnis körperlicher oder geistiger, also teilbarer nähe, musst du dich der gesellschaftlichen herrschaft unterwerfen und ein komlettpaket buchen, in dem du weder ausstattung noch umfang, ehrlich bestimmen kannst. eine romantische beziehung und damit vorreservierte liebe und nähe, sind bequem und einfach abrufbar – eben zärtlichkeiten als gewohnheit. romantik als devise, dürfte der große, wenn nicht sogar größte massentaugliche vorreiter in einer schlacht seien, die es in keinem fall , mit logik zu gewinnen gibt. mit der einwilligung in eine romantische zweierbeziehung (rzb) und der unreflektierten akzeptanz der aktuell „geordneten“ und akut prägenden gesellschaftlich-strukturierten und normierten verhlältnisse und deren eigenen und unerklärlichen „vernunftsregeln“, wird eine rosarote brille, zur zwangsjacke und die „flugzeuge im bauch“ zum anzeiger einer trügerischen scheinheiligkeit, namens „liebe“. man ist teil in einen film mit überlänge, der das leben bestimmt, der das leben ist, auch wenn er einem nicht gefällt. so zumindest mein gefühl.
wer sich auf den weg in eine großartige aber auch steinige utopie begibt, sich gegen vorherschende meinungen stellt und die „heilige liebe“ als konstrukt erkenntlich und angreifbar macht, wird schnell auf widerstand stoßen. in den köpfen der „anderen“ aber, bleibt und ist „die liebe“ „unantastbar“ und in ihrem für mich offensichtlich engen handlungsspielraum, für die meisten scheinbar unumstößlich freiheitlich und grenzelos schön. scheue kontaktbedürfnisse und neugier reichen meist nicht aus um die zu suggerirenden botschaften, vollen endes seinem gegenüber begreiflich zu machen, denn die angst mit dem schrittweise neuerworbenem wissen umgehen zu müssen und vor sich eventuell neu auftuender experimentierflächen und der verständlichen zweifel damit nicht mehr glücklich seien zu können, macht angst und ist oft größer als die neugier, die so schon im anfangsstadium der reflektion, ihr ende findet. sich seine persönlichen und intimen bedürfnisse bewusst zu machen, birgt größere ängste als auf den ersten blick vorstellbar. sind es doch heteronormative und auf zwei menschen begrenzte romantische liebesbeziehungen die einem das lebenlang vorgelebt und als der „normal einzuhaltende standard oder zustand“ verkauft werden. als sprachohr hierfür, fungieren eltern, schule und nahezu das gesammte soziale umfeld und so ist es nicht verwunderlich, das jahrelang geprägte sozialisation, vorallem patriachaler stukturen, sich in das eigene verhaltensmuster einschleifen und nur schwer wieder loszuwerden sind.
pragmatische verengung des eigenen blickfeldes, so würde ich das nennen.
♥ straight out faceless.






